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Zauberwort „Danke“

Rückblick Kantikonzert «Schläft ein Lied in allen Dingen»

Nur einmal an diesem Abend hatte Jürg Surber die Fäden nicht in der Hand. Es war kurz nach seiner an den Dichter Joseph von Eichendorff angelehnten Eigenkomposition «Schläft ein Lied in allen Dingen», als Chor und Orchester die musikalische Leitung übernahmen und mit einem überdimensionalen Liederbuch ein symbolisches «Farewell, Adieu und Goodbye» überreichten. Daran hängend: Ein roter Faden. Kurz darauf erhob sich das stürmisch applaudierende Publikum schon zum zweiten Mal von seinen Plätzen.

Von Barock bis Star Wars

Vorausgegangen war ein in jeder Hinsicht grandioses Konzert, das auch als Rückschau auf das vielfältige musikalische und musikpädagogische Schaffen Surbers angesehen werden kann: Ausgewählte Stücke von Verdi bis Grieg bildeten den klassischen Unterbau, ehe eine Auswahl an A-cappella-Liedern, Jenkins’ Hymne Adiemus aus dem Jahr 1994, ein Star-Wars-Medley und besagtes Werk aus der Feder des abtretenden Dirigenten einen würdigen Abschluss in der Gegenwart bildeten.

Publikum singt mit

Zu sehen und hören waren über den Abend verteilt der 60-köpfige Chor, das 30-köpfige Orchester, eine Vielzahl von Solistinnen und Solisten, aber auch Kolleginnen und Weggefährten von Jürg Surber. Zwischenzeitlich sang bei «The River is flowing» tatsächlich auch die ganze Kirche mit. Surber selbst begrüsste die Anwesenden kurz zwischen Bach und Vivaldi, ehe er ganz am Schluss mit Blick auf die Proben nüchtern resümierte: «Irgendwann macht es klick! – und dann fängt es an zu fliegen.» Dies sei wohl auch eine wichtige Grunderfahrung von Schule und Leben.

Kantonsschule entscheidend mitgeprägt

«Triffst du nur das Zauberwort» heisst es in der letzten Zeile des romantischen Eichendorff-Gedichts. Rektorin Elisabeth Steger Vogt wusste dieses bei der Laudatio auf den Punkt zu bringen: «Danke! Das ist das Wort, welches heute Abend diesen Kirchenraum füllt. Lieber Jürg, wir lassen dich nur ungern ziehen.» Zu Surbers zahllosen Verdiensten zählte Steger Vogt unter anderem den Aufbau des Schwerpunktfachs Musik und Bildnerisches Gestalten und die Talentförderung Musik. Auch mit seinem Vertrauen in die Menschen und seiner «geradezu legendären Fähigkeit, Ruhe zu bewahren», habe er die Kantonsschule Trogen und deren positive Aussenwahrnehmung über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt.

Standing Ovations zum Dritten. Surber verneigt sich – und tritt ab.

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