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Geometrische Prinzipien in Brückenbau und Kunst

Projektwoche 26.-30. September 2022

Mit Kopf, Herz und Hand erlebten 23 Schülerinnen und Schüler während der Woche vor den Herbstferien, wie geometrische Prinzipien im Brückenbau, im Design und in der Kunst angewendet werden können. Am Montagmorgen durften sie mit unterschiedlichen Materialien wie Papier, Faden und Ton einfache Übungen zu Brücken, Bézierkurven und Platonischen Körpern erleben sowie einiges an theoretischem Hintergrundwissen bekommen.

Dienstag und Mittwoch verbrachten die Schülerinnen und Schüler in Bern, wo sie das ehemalige Atelier (die „Bude“) des Berner Künstlers Werner Schwarz (1918–1994) besuchten sowie unterschiedliche Brückenkonstruktionen studierten. Unter der fachkundigen Leitung von A.K. Ziegler, Stiftungsrätin der Stiftung Werner Schwarz, erhielten sie Einblick in dessen geometrischen Werke und Welten, durften aber auch selber spielerisch und künstlerisch aktiv werden.

Der Brückenspaziergang führte vom Zytglogge zur Kornhausbrücke und dem Altenbergsteg, von wo aus auch die Lorrainebrücke zu sehen ist, und weiter über die Untertor- und die Nydeggbrücke zum Bärengraben. Dann ging es weiter der Aare entlang, dann unter der Kirchenfeldbrücke hindurch und zu gute Letzt über die Dalmazibrücke zurück zur Jugendherberge.

Der Donnerstag sowie der Freitagmorgen waren ganz dem eigenen Bauen, Schaffen und Experimentieren gewidmet. Ziel war es, mit einem eigenen Werk und dessen Präsentation zu einer kleinen Ausstellung in der Arche beizutragen. In kleinen Gruppen oder allein erstellten die Schülerinnen und Schüler eigene Brücken, Fadenspannbilder auf Holz oder Papier sowie von Werner Schwarz oder dem Zytglogge inspirierte Werke.

Nach dem Aufräumen war es dann am Freitagnachmittag um 13.30 Uhr so weit: Die Ausstellung wurde eröffnet. Alle Gruppen präsentierten nicht ohne berechtigten Stolz ihren Beitrag, reflektierten aber auch, welches die Herausforderungen gewesen waren und wie sie diese hatten überwinden können.

Mit Getränken und Snacks schritt man zum Ausstellungsapéro, plauderte da und dort noch ein wenig und liess dann die Schule hinter sich, um die Herbstferien anzutreten.

Während einer Woche hatten Lehrer und Schüler eindrücklich erlebt, wie Lernen ohne Notendruck und über Klassengrenzen hinweg möglich ist. Einige Schülerinnen und Schüler hatten sich in ihren Projekten sehr viel vorgenommen und dadurch auch viel Neues lernen können. Andere nutzten den Freiraum und vertieften sich in spielerisches Experimentieren, welches nicht durch einen engen 45-Minuten-Takt unterbrochen wurde und das ihnen tiefere geometrische Einsichten brachte.

Auch das Arbeiten an einem Projekt hat zu wichtigen Erkenntnissen und Einsichten geführt. Eine Gruppe schrieb im Begleittext zur ausgestellten Brücke: „Man muss mit einem Plan an die Sache herangehen sonst wird das nichts.“

Zum Schluss folgen ein paar Zitate aus den Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler:
– „Ich habe viel Neues zu den Bézierkurven und Brücken gelernt: Wie Brücken aufgebaut sind, wo Druck und Zug herrscht. Bézierkurven kannte ich noch gar nicht, also war dies ein sehr spannender neuer Input.“
– „Ich fand es erstaunlich, dass man aus geraden Linien Kurven erstellen kann.“
– „Ich fand Werner Schwarz an sich sehr faszinierend: seine Zeichnungstechniken, Fotografien und geschriebenen Wörter.“
– „Ich hätte nicht gedacht, dass Kunst so viel mit Geometrie und Mathematik zu tun hat.“
– „Geschätzt habe ich die Förderung der eigenen Interessen bei den Projekten. Wir haben viele Inputs bekommen, die wir anschliessend weiterentwickeln konnten.“
– „Ich habe es sehr geschätzt, dass … uns so sehr fest vertraut wurde mit dem Rechtzeitig-Erscheinen und so weiter. Auch die Wahlfreiheit beim Projekt hat mir sehr gefallen.“
– „Ich habe gelernt, dass es nicht ganz einfach ist eine Brücke zu bauen. … Mich hat die Bauweise und die massive Masse der Brücke fasziniert.“
– „In der Geometriewoche habe ich mir angeeignet, genauer hinzusehen und Verbindungen zu Erschliessungen zu nutzen. Brücken erschliessen einen Weg von a nach b. Als ich Werner Schwarz’ Kunststil und meinen eigenen in Verbindung gebracht habe, habe ich genauer hingesehen, darauf geachtet, was gleich/ähnlich/anders ist. … Bis Ende der Woche hatte ich so viele Ideen, dass ich einfach drauflosgearbeitet habe – und ich bin noch immer nicht fertig, noch lange nicht. Es hat mir wirklich sehr gefallen.“

 

Fotos: Roland Kohli, Bertram Reichardt, Cornelia Ritter

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