Das Bushäuschen mit belebtem Dach
Eine Haltestelle ist ein Ort der Wege von Menschen kurzfristig vernetzt. Dieses Bushäuschen vernetzt auch Pflanzen und Tiere.
Eine Idee und ein Projekt aus einem Wettbewerb, an welchem ehemalige Lernende der Schwerpunktfachklasse Biologie und Chemie der Kantonsschule Trogen im Jahr 2021 teilnahmen, wurde an diesen Standort angepasst in Appenzeller Strickbauweise im Jahr 2025 realisiert. Erfahre mehr über die einzigartige Postautohaltestelle „Schopfacker“.
Aktuelles
Die Klasse 2fmB der Fachmittelschule der Kantonsschule Trogen hat im Mai 2026 drei Wildbienenhotels gebaut. Eines ist an der Säule über dem Pflanztrog befestigt – ein Ort, der sich gut zum Beobachten eignet. Zwei weitere befinden sich auf dem Dach, wo auch ein unbewachsener Teil der Dachfläche mit Substrat ausgestattet ist, das sich zum Nisten für bodenbrütenden Wildbienen eignet.
Die Idee – Biodive
Ein Gedanke, der im Unterricht seinen Anfang nahm, ist nun Realität: Eine Bushaltestelle, die nicht nur Schutz vor Regen bietet, sondern auch einen Lebensraum für Insekten, Vögel und Pflanzen. Unsere ehemalige Schwerpunktfachklasse Biologie und Chemie der Kantonsschule Trogen, hat im Jahr 2021 das Projekt Biodive, im Rahmen des Wettbewerbs Science on the Move (Stiftung Simply Science) gestartet, welchen wir gewonnen haben.
Bericht des Architekten
Die Bushaltestelle Schopfacker ist eine wichtige Ankunfts- und Abfahrts-Station für die Lernenden der Kantonsschule Trogen und der Sekundarschule TWR (Trogen, Wald Rehetobel). Das Amt für Immobilien des Kantons Appenzell Ausserrhoden hat im Frühling 2022 entschieden einen Personenunterstand auf der Basis des Siegerprojektes «Biodive» der Kantonsschule Trogen aus dem Wettbewerb «Science on the Move» bei der Bushaltestelle Schopfacker in Trogen zu realisieren.
Die Zwergfledermaus
Die Zwergfledermaus ist die zweitkleinste der insgesamt 30 verschiedenen Fledermausarten, die in der Schweiz vorkommen. Sie hat eine Grösse (Kopf – Rumpflänge) von nur ca. 4 cm und ein Gewicht von 3 bis 7 Gramm. Die Flügelspannweite ist mit rund 25 cm allerdings beachtlich für so ein kleines Tier.
Pflanzen
Die Auswahl an einheimischen Pflanzen auf dem Dach und im Trog orientiert sich an den Standortbedingungen. Sie müssen zum Beispiel Trockenphasen tolerieren oder in Dauerstadien überstehen können. Ferner soll ihr ökologischer Wert für Insekten hoch sein. Die Blühphasen unterscheiden sich, um blütenabhängigen Insekten ein möglichst kontinuierliches Nahrungsangebot zu bieten. Zudem soll das Sortiment im Trog uns Menschen auch noch optisch erfreuen.
Wildbienen
In der Schweiz leben mehr als 600 Arten von Wildbienen. Diese wichtigen Bestäuber von Wild und Kulturpflanzen haben spezifische Lebensraumansprüche. Sie brauchen Nistplätze und Nahrungsvielfalt in vernetzten Strukturen. 45% der Arten sind gefährdet, 10% sogar ganz verschwunden. Kleine Wildbienenarten haben einen Aktionsradius von nur etwa 50m um ihren Nistplatz herum. Das zeigt, wie wichtig die Vernetzung geeigneter Lebensräume ist.














